03.09.2005, 05:06
Merkmale der Borderline - Störung
Die Borderline Persönlichkeitsstörung gehört zu den Störungen, die oft eine Krankenhausbehandlung erforderlich machen. Ihr Name beruht auf der Annahme, sie entstehe aus einer Kombination von Psychose und Neurose. Heute wird sie aber größtenteils den Persönlichkeitsstörungen zugeordnet.
Kern der Borderline-Störung bilden Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung und bei der emotionalen Reaktion auf Anforderungen. Daraus entwickeln sich hauptsächlich folgende Merkmale:
Ein Muster intensiver, aber wechselnder sozialer Beziehungen inklusive häufiger Beziehungsabbrüche.
Eine große emotionale Instabilität, mit häufigen und teilweise extremen Stimmungsschwankungen.
Selbstschädigendes Verhalten in verschiedenen Ausprägungsformen und- arten, etwa Selbstverletzungen, Drogen- oder Alkoholmissbrauch, Ess-Störungen etc.
Häufiger Gedanke an Suizid (Selbstmord).
Angst vorm Alleinsein und ständiges Gefühl der Leere und Langeweile.
Welches Schicksal haben die betroffenen Menschen?
Die Borderline-Störung ist eine Erkrankung des jungen Erwachsenen und bleibt nur selten bis ins hohe Alter bestehen. Die Gefährdung und die Einschränkung der Lebensqualität ist jedoch lange Jahre enorm. Vielen gelingt die Gründung einer eigenen Familie und eine angemessene berufliche Entwicklung nicht.
Etwa 10 Prozent der Betroffenen sterben an den Folgen der Erkrankung.
Ursache der Borderline - Störung
Alle Situationen, die von Borderlinern eine Entscheidung verlangen, können die Aggressionen akut ausbrechen lassen, die sie gegen sich selbst und andere richten. Schwere seelische Verletzungen sind die Ursache einer Borderline-Störung. Beispielsweise kann Vernachlässigung, ständige Ausnutzung, Gewalttätigkeit, seelischer Missbrauch oder Vergewaltigung Menschen in eine hilflose Ohnmacht stürzen. Das wiederholte oder andauernde Gefühl, einer überstarken Macht ausgeliefert zu sein, kann schon ganz früh im Leben (der präödiphalen Phase) den Aufbau eines gesunden Selbstbewusstseins verhindern. Durch Wiederholungszwang bringen sich Borderliner unbewusst immer wieder in Situationen, in denen sie sich schädigen oder andere ihnen neues Leid antun. Wer im Leben nicht erfahren konnte, dass er eigene Werte und Stärken hat, kann dazu neigen, sich unbewusst nur dann wirklich lebendig zu fühlen, wenn er gedemütigt, beschädigt und unterworfen wird.
Die Defizite finden ihren Ursprung meist in der präödiphalen Phase:
Das es sich bei den Symptomen der Borderline-Störung um ein zusammenhängendes Krankeitsbild handelt, dem Borderline-Syndrom, ist in Psychatrien und unter den Psychologen und Therapeuten nicht immer die Meinung der Mehrheit. Eine psychatrische Schule, die sehr stark psychoanalytisch orientiert ist, die "Dynamische Psychatrie" vertritt die Auffassung, dass neurotische und psychotische Erkrankungen, genauso wie psychosomatische Krankheiten und Süchte nicht streng von einander abgrenzbar sind. Vielmehr würden sich die Borderliner auf einem "gleitenden Spektrum" psychischer Störungen befinden. Die Defizite der Borderline-Störung sollen ausschließlich in der präödiphalen Phase liegen, also vor dem dritten Lebensjahr. Ist die Gruppendynamik in der Familie in dieser frühen Kindheit gestört, entwickelt das Kind ein "Loch im Ich", ein Ungleichgewicht der "primären Humanfunktionen" wie Aggression, Narzissmus, Angst, Ich- Abgrenzung, Sexualität und Kreativität.
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