Wie entstehen dissoziative Störungen?
Dissoziation ist - wie bereits erwähnt – zunächst kein pathologisches Phänomen, sondern eine Form der Erlebnisverarbeitung. In Situationen, in denen es zu einer Reizüberflutung kommt, dient der Mechanismus der Dissoziation als eine Art
Schutzfunktion. Im Sinne einer selbstregulierenden Verarbeitung werden extrem unangenehme Erfahrungen zeitweilig abgespalten (dissoziiert), indem sie zum Beispiel nicht erinnert oder als unwirklich erlebt werden können.
Bei wiederholter Einwirkung von Stressoren im Kindesalter wird die natürliche Fähigkeit zur Dissoziation in besonderer Weise verstärkt. Bei andauernden und schweren traumatischen Einwirkungen kann es so zu einer fortgesetzten Abkapselung von Erinnerungsmustern kommen, die die Basis für die Ausformung von Alternativ-Persönlichkeiten bildet. Schwere und Qualität des Traumas, Länge und Wiederholungen der Einwirkungen und die Dissoziationsfähigkeit des Kindes bestimmen das Ausmaß der Dissoziativen Identitätsstörung (Multiple Persönlichkeit).
Bei PatientInnen mit dissoziative Störungen findet man regelhaft schwere frühkindliche Traumatisierungen, worunter nach verschiedenen Studien neben
psychischer, physischer und sexueller Traumatisierung auch Vernachlässigung im Kindesalter zu rechnen ist. Die Dissoziation ist eine kreative Überlebensstrategie, die dem Individuum hilft, mit den überwältigenden traumatischen Erfahrungen fertig zu werden.
Die ( 5) dissoziative Hauptsymptome können in abgestufter Intensität für die Person jedoch zu bedeutsamen Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität führen. Dazu gehören
· Gefühl der Entfremdung der Umgebung gegenüber (Derealisation)
· Gedächtnislücken (dissoziative Amnesie)
· Gefühl der Entfremdung von sich selbst (dissoziative Depersonalisation)
· Verlassen der gewohnten Umgebung (dissoziative Fugue)
· Multiple Persönlichkeit (Dissoziative Identitätsstörung)
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