Tötungsdelikt nach mehr als 15 Jahren dank DNA-Treffers gekl
06.08.2006, 02:20
Tötungsdelikt nach mehr als 15 Jahren dank DNA-Treffers geklärt
Dortmund/Werne (ddp-nrw). Mehr als 15 Jahre nach der Tat ist ein Tötungsdelikt an einer Frau aus dem westfälischen Werne dank eines DNA-Treffers aufgeklärt. Ein 37-jähriger Mann aus Rheinland-Pfalz sei nach einem Abgleich seiner Speichelprobe mit der bundesweiten DNA-Analysedatei als mutmaßlicher Täter ermittelt worden, sagte Staatsanwalt Heiko Artkämper in Dortmund. Der Mann gestand in einer richterlichen Vernehmung in Dortmund die Tat. Noch im Laufe des Freitags sollte ein Haftbefehl gegen ihn ergehen.
Der Beschuldigte soll nach derzeitigem Erkenntnisstand sein späteres Opfer im Februar 1991 in einem Kaufhaus in Lünen kennen gelernt haben. Nach seinen Angaben hatte man sich zu «sexuellen Kontakten» verabredet und sei deshalb mit dem Auto der Frau in einen Wald in Fröndenberg gefahren. Ob es dort möglicherweise zu einer Vergewaltigung der damals 36 Jahre alten Frau kam, ist derzeit noch unklar.
Nach Angaben des Beschuldigten stürzte die Frau und lag am Boden. Daraufhin habe der mutmaßliche Täter eine herumliegende Sektflasche genommen und damit «etwa dreimal» auf den Kopf der Frau eingeschlagen und habe sie tödlich verletzt, erklärte Artkämper. Das Motiv für die Tat sei derzeit noch unklar, möglicherweise sei der Mann in Panik geraten, dass man ihn einer Straftat bezichtigt. Anschließend sei der Beschuldigt mit dem Auto der Frau zurückgefahren und habe alle Spuren verwischt.
Entdeckt wurde die Tote erst im Februar 1992. Da die Leiche stark verwest war, konnte ein Sexualdelikt nicht mehr nachgewiesen werden.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der Beschuldigte wegen mehrerer Raubdelikte vorbestraft. Zum Zeitpunkt der Tat hatte der Beschuldigte in Lünen gewohnt.