TV-Star Thomczyk soll Missbrauchs-Opfer massiv bedrängt haben
Hamburg (ddp). Der wegen Kindesmissbrauchs und sexueller Nötigung angeklagte Schauspieler Willi Thomczyk (51) soll seine Opfer laut einem Bericht der «Bild»-Zeitung ganz massiv bedrängt haben. Der Vorsitzende Richter des Landgerichts Bochum, Volker Talarowski, sagte «Bild», Thomczyk habe eine 19-jährige Frau, die bei ihm Schauspielunterricht nehmen wollte, in seine Wohnung eingeladen und sich dort vor dieser selbst befriedigt. Vor einem 16-jährigen Mädchen soll er sich entblößt und sie zum Oralverkehr aufgefordert haben.
"Es ist nichts passiert"
Der RTL-Star («Die Camper») weist die Vorwürfe zurück: «Da ist nichts passiert. Die Vorwürfe entbehren jeglicher Wahrheit. Die Mädchen haben sich gegen mich verschworen», sagte er dem Blatt.
Die Staatsanwaltschaft Bochum hatte Ende März Anklage gegen Thomczyk erhoben.
Thomczyk müsse sich wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie Missbrauchs von Schutzbefohlenen und sexueller Nötigung in insgesamt sechs Fällen verantworten. Die mutmaßlichen Opfer sollen zwischen 13 und 19 Jahren alt gewesen sein. Der Prozess gegen den 51-Jährigen soll vermutlich noch im Sommer vor der 3. Jugendstrafkammer des Bochumer Landgericht eröffnet werden. Sollte Thomczyk verurteilt werden, droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe.
Der 51-Jährige hatte seine Karriere an der Bochumer Schauspielschule begonnen. Später arbeitete er mit renommierten Theatermachern wie Heiner Müller, Peter Zadek oder Claus Peymann zusammen. Einem großen Publikum wurde der Bergmannssohn als Benno Ewermann in der RTL-Erfolgsserie «Die Camper» und als Polier Horst in dem Kinofilm «Was
nicht passt, wird passend gemacht» bekannt.
22.05.2005 © e110
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Prozess gegen "Camper" Willi Thomczyk
Vorwurf: se*uell*r Mis*bra*ch in sechs Fällen
In der Fernsehserie "Die Camper" spielt er den kumpelhaften Profizelter Benno. Seit heute muss sich der Schauspieler Willi Thomczyk vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Die Anklage wirft ihm se*uel*en Mis*bra*ch vor.
Opfer sollen zwei Schauspielerinnen und vier zum Tatzeitpunkt minderjährige Schauspiel-Schülerinnen sein. Willi Thomczyk bestritt zu Prozessbeginn die Vorwürfe energisch. "Ich kann keinem Menschen Leid antun", ließ er erklären und versicherte,
niemals Frauen oder Kinder sexuell genötigt zu haben. Sein Anwalt sagte vor Prozessbeginn, er sei "guter Hoffnung, dass sich das hier als Spuk herausstellt".
In dem Prozess geht es laut Landgericht um sechs Fälle sexuellen Missbrauchs unterschiedlicher Schwere zwischen Herbst 2001 und Frühjahr 2002. Die dem Schauspieler zur Last gelegten Taten reichen dabei von unsittlichem Berühren bis zu sexuellen Handlungen. Die mutmaßlichen Opfer sollen zum Tatzeitpunkt zwischen 13 und 19 Jahren alt gewesen sein. An den Schauspielerinnen soll sich Thomczyk in seiner
Wohnung vergangen haben. Bei den vier minderjährigen Schülerinnen sollen sich die Taten während der Proben ereignet haben.
Zehn Verhandlungstage
Der Prozess gegen den 51-Jährigen findet vor einer Jugendstrafkammer statt. Für den Prozess sind zunächst zehn Verhandlungstage angesetzt. Sollte Thomczyk verurteilt werden, droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe.
"Ich bin für mich sauber. Ich habe in meinem Leben mit so was noch nie etwas zu tun gehabt, und ich arbeite seit über 20 Jahren mit jungen Leuten auf der Bühne", hatte Thomczyk nach Bekanntwerden der Vorwürfe erklärt. Der Schauspieler vermutet eine Verschwörung einer entlassenen Schauspielergruppe als Hintergrund für die Vorwürfe.
Der 51-Jährige hatte seine Karriere an der Bochumer Schauspielschule begonnen. Später arbeitete er mit renommierten Theatermachern wie Heiner Müller, Peter Zadek oder Claus Peymann zusammen. Thomczyk gründete das freie Theater Kohlenpott in Herne. Einem großen Publikum wurde der Bergmannssohn bekannt mit Rollen in der RTL-Serie "Die
Camper" und dem Kinofilm "Was nicht passt, wird passend gemacht". Zu seiner Popularität trugen auch Werbespots für Grillwürste und Sportkleidung bei.
Stand 01.09.2005 © WDR
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Urteil im Prozess gegen Willi Thomczyk erwartet
VORWÜRFE EINGERÄUMT
Im Missbrauchsprozess gegen den Herner Schauspieler Willi Thomczyk werden heute die Plädoyers gehalten. Auch das Urteil wird noch am Dienstag erwartet.
Vor dem Landgericht Bochum hatte der 51-Jährige überraschend die gegen ihn erhobenen Vorwürfe eingeräumt.
Der vor allem durch die RTL-Serie "Die Camper" bekannt gewordene Thomczyk musste sich seit Anfang September wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung vor Gericht verantworten.
Nach dem Geständnis hatte der Staatsanwalt erklärt, er strebe nur noch eine Verurteilung wegen der beiden schwerwiegendsten Taten an, die sich im Haus von Thomczyk ereignet haben sollen. Neben dem mutmaßlichen Missbrauch an der Hauptbelastungszeugin soll der 51-Jährige dort auch versucht haben, eine jetzt 20 Jahre alte Frau zum Oralverkehr zu nötigen.
Die kleineren Delikte - vor allem obszöne Sprüche und Handlungen gegenüber vier Schauspielschülerinnen in den Herner Flottmannhallen - wurden dagegen zu den Akten gelegt.
Ursprünglich hatten sechs Schauspielschülerinnen Thomczyk wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Die Taten ereigneten sich laut Staatsanwaltschaft zwischen September 2001 und Frühjahr 2002. Die mutmaßlichen Opfer waren zum Tatzeitpunkt zwischen 13 und 19 Jahre alt.
Thomczyk hatte die Vorwürfe der sechs jungen Frauen zu
Prozessbeginn noch als "absurd" zurückgewiesen und als Verschwörung einer entlassenen Schauspielergruppe dargestellt.
© RP-Online 27.09.2005
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Schuldspruch für Willi Thomczyk
Der Schauspieler hatte gestanden, zwei Schauspielschülerinnen sexuell bedrängt und genötigt zu haben. RTL kündigt die Zusammenarbeit
Bochum - Der Schauspieler Willi Thomczyk (RTL, „Die Camper“) ist zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Richter am Bochumer Landgericht verhängten gegen den 51jährigen Herner außerdem eine Geldbuße in Höhe von 10.000 Euro, die je zur Hälfte an das Hauptopfer und ein Kinderheim gehen soll.
Nach dem Schuldspruch verlor er seine Rolle in der RTL-Serie „Die Camper“. „Wir werden die Zusammenarbeit mit Willi Thomczyk nicht fortsetzen“, sagte RTL-Sprecher Christian Körner. „Über eine Ausstrahlung der bereits abgedrehten „Camper“-Staffel werden wir
bis Jahresende entscheiden.“ Die ersten Folgen mit Thomczyk wurden ab 5. März 1999 ausgestrahlt. Die Serie gibt es seit 1997.
Thomczyk hatte gestanden, Ende 2001 zwei Schauspielschülerinnen sexuell bedrängt und genötigt zu haben. Der Schauspieler kündigte an, nach dem Prozeß eine Sexualtherapie zu beginnen. Außerdem will er sich in seinem freien „Theater Kohlenpott“ aus der Jugendarbeit zurückziehen.
Mit dem Urteil kam das Gericht der Forderung der Anklage nach. Die Verteidigung hatte einen Freispruch angeregt, da Thomczyk weder Serientäter noch Vergewaltiger sei, und er sich auch keines Missbrauchs von Kindern schuldig gemacht habe.
Thomczyk hatte sich noch vor dem Urteilsspruch dagegen gewehrt, als frauenfeindlich und menschenverachtend hingestellt zu werden. Er sei kein Dämon. Er habe in der Vergangenheit Fehler gemacht. Darum wolle er sich nun im Rahmen einer Therapie kümmern.
© Die Welt 27.09.2005
Anmerk. vom Webmaster: Nur komisch das "Die Camper" derzeit ausgestrahlt werden!?

